Wohnimmobilienmarkt 2026: Wie entwickeln sich Preise und Erreichbarkeit von Wohneigentum?

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Der BVR erwartet für 2026 einen moderaten Preisanstieg bei selbstgenutzten Wohnimmobilien von rund drei Prozent. Gleichzeitig bleibt der Wohnungsmarkt angespannt: Der Wohnraumbedarf wird 2026 nur zu etwa 58 Prozent gedeckt, was den Zugang zu Wohneigentum vielerorts erschwert.

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, kurz BVR, hat seine Immobilienstudie am 1. Juli 2026 vorgelegt. Für das laufende Jahr sagt er ein Plus von etwa drei Prozent bei den Kaufpreisen für selbstgenutztes Wohneigentum voraus. Der Aufwärtstrend setzt sich damit fort, das Tempo bleibt nach dieser Prognose aber überschaubar.

Beim Angebot liegt das eigentliche Problem. Weil weniger Wohnungen fertig werden, deckt der Neubau 2026 voraussichtlich nur rund 58 Prozent des rechnerischen Bedarfs. Die Lücke zwischen dem, was gebraucht wird, und dem, was tatsächlich entsteht, wird also erneut größer.

Dazu kommt ein regionales Ungleichgewicht. In den Ballungsräumen fehlen nach wie vor Wohnungen, während in ländlichen und schrumpfenden Gegenden Objekte leer stehen. Gebaut wird demnach nicht überall dort, wo der Druck am größten ist.

BVR-Präsidentin Marija Kolak sieht die Politik auf einem brauchbaren Weg. Sie verweist auf den Bau-Turbo, den Regierungsentwurf für ein überarbeitetes Baugesetzbuch, die Arbeit an einem Gebäudetyp-E-Gesetz und den 13-Punkte-Plan, mit dem Bundesbauministerin Verena Hubertz die Baukosten drücken will. Jetzt komme es darauf an, diese Vorhaben rasch umzusetzen, damit wieder mehr in Wohnraum investiert wird.

Für Haushalte mit mittleren und kleinen Einkommen hängt der Zugang zum Eigentum stark an den Kaufnebenkosten. Kolak fordert, sie zu senken, und nennt dafür vor allem die Grunderwerbsteuer. Denkbar sind aus ihrer Sicht ein Freibetrag, ein ermäßigter Satz für Selbstnutzer oder eine gezielte Befreiung junger Familien.

Auf der Finanzierungsseite warnt der Verband vor zu enger Regulierung. Eine Überhitzung des Marktes erkennt er derzeit nicht: Die Institute seien solide mit Eigenkapital ausgestattet, vergäben Kredite nach strengen Maßstäben und hätten ihre Risiken im Griff. Weitere Auflagen für das Bankensystem insgesamt hält der BVR deshalb für verzichtbar, denn mehr Spielraum in den Bilanzen bedeutet mehr Kredite dort, wo Wohnraum knapp ist.

Wie erreichbar Wohneigentum ist, entscheidet sich am Verhältnis von Preis und Einkommen. Seit 2018 haben die Kaufpreise bundesweit rund sieben Prozent stärker zugelegt als die verfügbaren Einkommen. Besonders weit geht diese Schere im Süden der Republik auseinander, ebenso im Umland von Berlin und in Teilen des Nordens und Westens.

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